Dienstag, August 30, 2005

2 tage zurück.....sehnsucht unmeßbar....




Montag, August 22, 2005

dahin gehen, wo´s weh tut - teil 2: meine zeichenkünste/das atem-monster

um die zeit zwischen mehr oder minder smarten ereignissen zu überbrücken, möchte ich den lesern dieses blogs auch mal einblick in die sachen bieten, die ich nicht kann. dies sind zum beispiel vollständige mahlzeiten kochen, stricken, den mund halten wenn ich nervös bin, auf spanisch fluchen, meine finanzen sortieren und eben auch und besonders: zeichnen.

gut, man mag denken, daß viele leute künstlerisch unbegabt sind, ABER diese leute lassen es dann auch sein. ich nicht. manchmal sind bilder in meinem kopf. zum beispiel wenn mir "leute" von begebenheiten berichten, die eindruck schinden.

ein wohlfeines beispiel dafür ist ein bericht von monsieur ch. , der in seinem jungen leben schon viele ekelerregende begegnungen hatte und seit der letzen woche wieder eine neue geschichte erzählen kann. da ich alle involvierten personen kenne, hat er freundlicherweise meinem hirn alle details zur verfügung gestellt.

tatort: der aufzug der menschen zu unserem büro bringt
personen: ch. und das hirnlose atem-monster
die geschichte: ein geschlossener raum, wenige qm groß. 5 quälend lange stockwerke. das hirnlose atem-monster hat das unbegründete sexy-feeling für sich selber. sie redet auf ch. ein und kommt dabei näher. er weicht aus, sie kommt weiter näher. backed into a corner nennt man das, denke ich. sie hat atem, der so schlimm ist, das es sich kaum beschreiben lässt. es ist scheußlich, ich habe es selbst erleben müssen. sie ist der grund, warum momentan die kampagne der mundhygenieindustrie gegen killer-atem läuft. sie kann kleintiere damit töten.

und weil es schlimm ist, wenn guten menschen schlimme dinge passieren, habe ich mein ganzes nicht-vorhandenes zeichentalent an einem arbeitstag angewendet und die folgende zeichnung angefertigt. als warnung für andere. sowas darf einfach nicht passieren. man muß sich gegen dinge wie das hirnlose atem-monster schützen.


das man die menschen nicht erkennen kann, ist natürlich total absicht. persönlichkeitsrechte und so.


Donnerstag, August 04, 2005

dahin gehen, wo´s weh tut – teil 1: die internet-partnerbörse

geneigter und geliebter leser dieses blogs: es gibt was neues!
da das sommerloch (welcher sommer eigentlich?) ja vorbei ist, braucht der mensch neue erlebnisse. und so dachte ich mir in einem gelangweilten moment meines arbeitstages: ich mach was neues, ich geh dahin, wo´s weh tut und ziehe danach aus der sicheren ecke meiner existenz heraus darüber her.

mit dieser mission habe ich mich also bei einer partnerbörse registriert und mit magenkrämpfen ein gefaktes profil inkl. gefaktem bild angelegt. wer jetzt denkt „oh, das ist aber fies, die leute zu verarschen!“ kann direkt gehen. tut mir leid, aber ich kann angesichts des horrors, der sich mir dort bot, nicht nett-distanziert bleiben.

zunächst merkte ich schnell, dass sich die dort vorhandenen männer anhand ihrer nicknames grob in 4 gruppen unterteilen lassen.

1. die unauffälligen
ihr nickname ist meistens gleichzeitig ihr vorname und/oder ihre herkunftsstadt. sie ziehen sich normal an, sehen normal aus und suchen wahrscheinlich auf diesem weg tatsächlich liebe. mit ihnen ist es wie mit spinnen: sie tun mir nix, ich tue ihnen nix.

2. die crazy-nickname-boys
auf ihren bildern sieht man sie nur teilweise. ganz groß im kommen sind dabei augen, verwackelt mir der handykamera aufgenommen. sie tragen namen wie ichdasbin, totalespaket, dasego, warumnicht, versuchsmitmir, bittebitte oder grüsseauspusemuckel und fangen flirt-mails (würg) mit dem satz „na, du?!“ an.

3. die romantiker
ganz schlimm. erwachsene männer, die sich zum zwecke der frauenakquise (also: endlich mal wieder wen flachlegen) derartig zum deppen machen, dass sie sich namen wie herzbär, katzenonkel, kuschelschnecke, einsamerwolf oder emotionless geben und auf ihren bildern gerne mal ein großes, plüschiges kuscheltier im arm haben. in ihren profilen reden sie immer wieder von treue und ehrlichkeit und jede frau, die bei verstand ist, weiß 2 dinge: 1. solche profile werden nur geschrieben, weil männer meinen, dass frauen genau das hören wollen und 2. treue und ehrlichkeit sind gerade für viele männer sehr dehnbare begriffe

4. die direkten
hier wird gleich klartext gesprochen. in ihren botschaften wird ebenfalls nicht lange gefackelt. aufforderungen zu handlungen sexueller natur werden in derber wortwahl verpackt und sie wundern sich, warum man nicht sofort erfreut auf selbiges eingeht. sie nennen sich big-sexy, geiles_pferd, longboy, seitensprung, fick, lustmolch oder samenboy. mein persönlicher favorit in sachen „in medias res“ ist übrigens der user abspritzparty.


ich habe insgesamt einen halben arbeitstag in der schönen welt von www.neu.de verbracht und weiß nun wieder genau, warum ich nie nie nie auf diesem weg jemanden suchen wollen würde. aber: zum zeitvertreib eignet es sich prächtigst, wie die im vorherigen eintrag gepostete unterhaltung zeigt. enjoy!

feldstudie zum thema online-partnerbörsen – heute mit carlo

ich war nicht lange eingeloggt, als mich carlo (siehe bild) fand. carlo plänkelte erst etwas herum und dann ging es weiter wie folgt. nichts ist geschönt, nichts augelassen und carlo´s worte sind die in kursiv-schrift:



ok , kannst du machen , wenn du fragen hast werde ich antworten oder schweigen , werde nicht lügen , ich bin türke mansche haben probleme mit meinem nationalitet :))

echt? ich nicht. warum auch?

weiss ich nicht warum , das feruet mich , wie und wann können wir uns kennlernen , dursch texten ist das schwirig , mann möchte auch mimiks lachen usw sehen , ich habe 1 jahr fahrverbot daher bin ich nicht mobil :)))

cool, ich hab auch fahrverbot! diese woche ist es echt schlecht mit treffen, aber vielleicht nächste. mal sehen. wir haben uns ja gerade erst kennengelernt!

ja aber wir haben gemeinsames freund Deutsche bahn :))) , wir haben uns grade kennglernt das rest liegt an unserem händen wie es weiter geht , bin seit 5 wochen hier im net ,, möchte meine prinzessin kennlernen für ganzesleben . :)) wer weist vielleicht bist du meine prinzessin und ich deine prinz ,

ja vielleicht! das fänd ich total schön, endlich meinen traumprinzen zu finden. wie muß deine traumfrau denn sein?

wie muss den traum frau oder traum mann sein , wir sind keine ware die wir von supermarkt holen mit rükgaberecht , wir sind menschen das schönheit ligt im uns drin , jeder mensch ist so schön wie sie ist , sympatie , ehrlichkeit , respekt ,treue , lachen , müssen vorhanden sein , rest ist nur kinderspil um zu verlieben :)))) mann braucht nur gelegenheit :))))

boah, das hast du total schön gesagt. gefällt mir, deine einstellung. vielleicht haben wir ja bald gelegenheit, uns zu verlieben.

ja warum nicht, dan hat neu. de 2 kunde weniger , wie ist deine name ich heisse kamuran

ich heiße steffi

danke steffi , ich gebe dir meine handy nummer XXX , was machst du heute noch , bist du zu hause

ich geh gleich mit ner freundin shoppen und später vielleicht noch weg, weiß noch nicht. und du?

ich bin zu hause , ich bi n sehr spontan ich weiss es nicht was ich machen würde , willst du nicht nach köln kommen , shoppen kannst du in köln mit begleitung :))))

hihi, nee....laß mal.

ok :)) wie sollen wir uns verlieben wenn wir uns nicht zum sehen krigen , oder wilst du das wir uns an unserem texte verlieben :)))))

wir werden uns noch sehen, bestimmt. und dann verlieben wir uns. kicher kicher ; )

ja ich möchte mich verlieben , ist das schlim

neee, gar nicht. ich will mich ja auch verlieben. deshalb bin ich ja hier.

ich hoffe das wir uns beide verlieben , kannst du dich mit mir lebenslang vorstellen , und ich rede auch sehr viel und bringe auch leute zu lachen ich lache auch sehr viel :))

weiß nicht. lebenslang is ja ganz schön lang....

ich möchte jemand für ganzes leben , wie wir unsere leben gestalten liegt dan in unserem händen , wichtig ist das wir uns 100%vertraun ohne wenn und aber . hast du anndere fotos von dir kannst du mir schikken bitte

tja, so war es. denen unter euch, die mir jetzt böse zuschriften schicken und ihre gutmenschen-buuh-ausländerfeindlichkeits-tirade loswerden wollen, sage ich direkt eines: das letzte, was ich bin, ist ausländerfeindlich. es geht mir nicht darum, auf carlo´s rechtschreibung herum zu hacken, denn das ist nicht der punkt dieser sache. es geht darum, daß jemand, der sich ein foto angeguckt hat und gerade mal 15 minuten online ist, von ewiger liebe redet und offensichtlich schmierig ist. das hat nichts mit herkunft zu tun. ich hätte hier auch die mails von "abspritzparty" veröffentlichen können, aber diese inhalte wollte ich minderjährigen nicht unbedingt zugänglich machen. punkt.

Donnerstag, Juli 28, 2005

für zwischendurch:

ich glaube, ich bin verliebt. er ist heiß. er ist sexy. er hat all the right features und er weiß, wie man mit frauen umgeht. hier ein bild (druffklicken = großmachen)
:

Dienstag, Juli 26, 2005

sommerloch VIII – ich gegen das h&m-mädchen

gestern abend um kurz vor 7 war ich nicht in irgendeiner form von rebellischer, aufrührerischer oder renitenter laune. ich war aufgrund des regens und meines defekten schirms einfach nur klattschnass.

es musste also ein neuer schirm her und wie eh und je ging ich zu diesem zweck zu h&m. direkt neben den mädchenscheiß-snoopy-betty-boo-unterhosen wurden auch tatsächlich schirme feilgeboten. ich nahm einen einfach schwarzen schirm in typischer, unauffälliger schirmform und ging zur kasse. dort schob ich die vermeintlich harmlose ware über den tresen, wo ein ca. 17jähriges blondes mädchen ihn entgegennahm. sie trug ein t-shirt, das offensichtlich selbst bedruckt war und auf dem der folgende spruch stand „zieh nicht die falschen an, sondern die richtigen aus!“. das muß man wirken lassen. bevor ich anfangen konnte, das mädchen innerlich auszulachen, tönte mir allerdings ihre quäkige stimme ins ohr „der schirm ist aber für männer. das wissen sie, ne?!“.

ich guckte sie etwas irritiert an woraufhin sie mir das schild, das am schirm befestigt war, entgegenstreckte und triumphierend sagte „sehen se: herren accessoires!“. ich war immer noch etwas überfordert von dem problem, das für mich keins war, und fragte vorsichtig „ja und?“. die schnalle verdrehte daraufhin die augen und antwortete in einem dezent pissigen tonfall „man, der schirm ist für mähänäääääärrrrr...! die schirme für mädchen sind die da mit den kleinen silbernen griffen und dem snoopy auf der schutzhülle“.ich nahm meinen männerschirm und ging wortlos an der kasse in der kinderabteilung bezahlen, wo mir keine dummen fragen gestellt wurden.

Montag, Juli 25, 2005

sommerloch VII – heute mit der karmapolizei im gepäck

nach 6 jahren voller wochentäglicher benutzung von bus&bahn ist man einiges gewohnt. es macht mir nichts mehr, wenn menschen mir sagen „so was wie dich hätte man früher mit dem stock aufs feld gejagt“. ich fühle mich auch nur noch 5 minuten lang von unangenehmen körpergeruch jeglicher art angeekelt und auch die schreienden kinder kann ich mittlerweile mit Hilfe meines mp3-players samt leistungsstarker kopfhörer quasi ausblenden.
es braucht also einiges, um meine aufmerksamkeit zu gewinnen und am freitag abend auf dem weg nach hause hat es wieder jemand geschafft. tadaaaa....

ich begegnete einer neuen variante von geistiger verwirrung: der politische irren.
es war großartig anzusehen und ich war froh, dass es nicht mich traf. die frau, um die es hier geht, fiel mir an der u-bahn-haltestelle auf, weil sie zunächst wild gestikulierend auf dem bahnsteig hin und her rannte, dabei ihre langen haare schüttelte und recht unverständliches zeug rief. das war nichts spektakuläres, so was hatte ich schon gesehen. dann aber machte ein wartender mann den fatalen fehler, auf die frau zu zeigen, zu lachen und irgendetwas zu seiner begleiterin zu sagen, woraufhin diese auch lachte. die politische irre sauste daraufhin zu dem mann, stellte sich enorm nah vor ihn und brüllte klar und deutlich „halt´s maul du arsch! ich bin die karmapolizei!!“.

der mann schien ob der ganzen sache peinlich berührt. er wurde rot, er wich zurück und kicherte nervös, was die frau wiederum noch mehr in rage brachte. sie fragte ihn lautstark, wie er so grinsen könnte, wo er doch in einer welt leben würde, in der menschen sich für ihre überzeugung in die luft sprengen würden. der mann antwortete klugerweise nichts und so ließ die frau von ihm ab und brüllte dann andere männer an. bevor die u-bahn kam und die frau auf dem bahnsteig zurückblieb schrie sie ihren „opfern“ jeweils „ich bin die karmapolizei und weiß es genau: es gibt keine sicherheit mehr, ihr wichser! bald sind wir auch dran!!“ in die ohren.

irgendwie musste ich über die frau nachdenken. sie warf zweifelsohne einige fragen auf: rannte die frau schon vorher brüllend durch die gegend oder machten die jüngsten terroranschläge sie erst zur „karmapolizistin“. was ist eigentlich genau die aufgabe der karmapolizei? war die frau radiohead-fan? und: warum brüllte sie ausschließlich männer an?

Freitag, Juli 22, 2005

sommerloch VI

entweder ich bin etwas zu sensibel oder es ist tatsächlich so, daß das cover der neuen business & it-zeitschrift in diesen zeiten wirklich irgendwie sehr unpassend ist:

Montag, Juli 18, 2005

sommerloch V

neue woche. alles frisch, alles noch nie dagewesen, alles wie immer. auf der straße vorm büro hupen die menschen vereinzelt immernoch und ziehen damit den verdacht auf sich, einer der ca. 50 teilnehmer der "großkundgebung" in der letzten woche hier in bochum zu sein. getönt wurde vorher von tausenden und das, was man dann im fernsehen sah, passte prima unter das vordach des vietnamesischen kiosks am bahnhof.
tja, political awareness, selbst wenn sie einen selbst betrifft, kommt im sommer nicht so gut an. schon gar nicht im semsterferien-grenzbereich. zu smartes wetter, um zu protestieren.

a propos protest: den wenigen leser dieses blogs schulde ich noch die antwort der cdu auf mein schreiben (siehe eintrag vom 29. april 2005). also freunde, bitte anklicken zum vergrößern.

schön, daß die cdu so konsequent meine meinung über sie bestätigt.

Freitag, Juli 15, 2005

sommerloch IV

freitag nun also. jipieheihe!
während ich mittlerweile so aussehe, wie ich mich fühle (schlaf könnte helfen) und meine ganze smarte urlaubs-entspannung schon längst verloren ist, hat die FAZ nach einem gutgemeinten hinweis bzgl. der abbildung von Rabbiner Ehrenberg neben einem überhaupt nicht zum bild passenden artikel (s.u.) ihre seite korrigiert. toll!

ansonsten wird mein tag total von meiner müdigkeit & keinen weiteren erfolgen dominiert. gähn. auch das schwüle wetter trägt nicht unbedingt dazu bei, dass ich mich auf der arbeit zu höchstleistungen beflügelt fühle.
zu höchstleistungen in eigener sache läuft gerade mal wieder die örtliche studentenschaft auf. unter dem motto „hupen für bildung“ haben sie seit zwei tagen plakate an der brücke über einer großen straße aufgehangen und führen auch knallharte demonstrationen mit ca. 5 personen durch. geht man also zur falschen zeit über den campus, wird man nicht nur von der klischeebestätigenden vorbrüllerin der gruppe angebölkt, sondern auch von der straße her mit hup-konzerten bedacht. wenn die frau (?) nicht so verbissen in ihr megaphon gebrüllt hätte, wäre vielleicht die möglichkeit aufgekommen, zu fragen, was eigentlich das ziel der aktion sein soll. das wurde nämlich leider trotz des ganzen lärms nicht klar. bin gespannt, wie lange das noch so gehen und was hupen eigentlich für einen unterschied machen soll.
in diesem sinne: shabbat shalom.

das obige bild fand ich gestern auf FAZ.net neben dem text, der mir nicht wirklich aufschluß über die zusammenhänge von den terroranschlägen in london und Rabbiner Ehrenberg gab. gut, man mag meckern, daß der text ja nur eine ausschnitt aus dem gesamt-artikel ist (was natürlich der wahrheit entspricht), aber ich bin mir sehr sicher, daß in dem online-artikel vom 14.07.05 nirgendwo eine referenz zu Rabbiner Ehrenberg zu finden war.
zum vergleich und der vollständigkeit halber möchte ich den folgenden link anführen. wieder ein artikel zum thema terror, wieder Rabbiner Ehrenberg, wieder kein kontext.

Terror in London: BBC: Attentäter benutzten selbst gebastelte Bomben - FAZ.NET - Politik

liebe FAZ, recherche und sorgfältigkeit ist auch in hektischen zeiten wichtig!

Donnerstag, Juli 14, 2005

sommerloch III

mittlerweile ist die zweite wochenhälfte erreicht und ich schiele zuversichtlich richtung wochenende. ansonsten das übliche: es ist schwül, es ist diesig, die arbeit türmt sich und ich habe das bittere gefühl, bald auszurasten, wenn ich noch ein einziges gespräch über fußrasten an mopeds ertragen muß.

im mikrokosmos ist also alles wie gehabt: wenig schlaf, viele spaziergänge bei nacht, wenn die welt endlich kälter wird, lesen, große reisen planen, den erfinder von iTunes verfluchen, weil ich dort nun wirklich jeden song finde&kaufe, den ich schon ewig suche, wochenendpläne schmieden, in denen freunde mit dachterassen vorkommen und im kopf ewig das „nur-noch-zwei-wochen-dann-ist-die-schnalle-wieder-da“-mantra wiederholen.

im makrokosmos hingegen tut sich einiges. so musste ich heute morgen feststellen, dass dies nicht nur die woche ist, in der der FOCUS die reißerischste und schmierigste ausgabe ever gedruckt hat, sondern auch, das sich die BILD damit öffentlich auf einer großen anzahl von plakaten damit brüstet (ha ha...tschuldigung), so unschätzbar wichtige neologismen wie „busenkrieg“, „boxenluder“ oder „florida-rolf“ geschaffen zu haben. wo kommen wir her? wo gehen wir hin?

an der politischen front drängt sich lafontaine mit seinem ewig dummen naiven geseier jeden tag mehr in die kameras und die zeitungen. sympathisch ist da gar nix und über die machbarkeit der politischen visionen dieser partei wollen wir mal gar nicht reden. ich frage mich außerdem bei jedem interview mit lafontaine, ob es nur mir so geht, dass ich immer an diese entenhausschuhe seines kindes denken muß, oder ob andere ähnliche erfahrungen machen......

gerne wird auch über die vorbildlichkeit des „terror-handlings“ (sic!) in london berichtet. in den medien ist dieses thema natürlich sehr präsent, aber nicht so im alltag.
ich selber bin kein freund von zur schau gestellter trauer, von mitleidsheischenden elton john/u2/gutmensch-liedern oder der gleichen, aber ich bin erschrocken darüber, wie „normal“ terroranschläge geworden zu sein scheinen. es scheint in der breiten masse kaum mehr von langer relevanz zu sein, was mit einer nicht zu leugnenden kontinuität nicht nur „anderswo“, sondern direkt bei uns in europa passiert. hach ja, ein paar tote, selbstmordattentäter, och, aber die u-bahn fährt wieder. es ist gerade mal eine woche her und in den köpfen scheint alles abgehakt zu sein.

es ist mir unbegreiflich, wie widerlich normal oder egal das alles für die menschen ist. gestern hörte ich ein gespräch in der bahn, in dem sich zwei frauen darüber unterhielten, wie sehr es ihnen „auf den piss geht“ (zitat), dass immer wieder Ihre lieblingsfilme verschoben werden, nur weil mal wieder eine sondernachrichtensendung ausgestrahlt würde. tja, schon schlimm, dass „gigolo-bei anruf liebe“ o.ä. 10 minuten später anfängt, nur weil so ein islamischer jihad-anhänger sich und mittlerweile 5 unschuldige menschen in netanya in den tod gerissen hat....

was mich am meisten frustriert ist, dass diese haltung nicht nur bei den BILD-lesern in der bahn an der tagesordnung ist, sondern auch bei vermeintlich gebildeten menschen am eigenen arbeitsplatz. es ist schlicht und ergreifend egal geworden und ich frage mich, ob ich die ausnahme bin oder die anderen.

Dienstag, Juli 12, 2005


sommerloch II

dienstag.
es wird schlimmer und schlimmer. zum einen bin ich gestern in ganz dummer manier vom fahrrad gefallen und habe nun nicht zu verachtende schmerzen beim lachen/husten/tiefen atmen und zum anderen schleicht sich erneut schlaflosigkeit ein.
hellwach sein, wenn man es am wenigsten braucht, ist eine beschissene angelegenheit. vorallem, wenn dann noch nicht mal der grottenschlechte pseudo sado-maso film "killing me softly" beim einschlafen hilft, obwohl der nun wirklich schlecht war. wach hielt mich da wohl nur dieser fiennes (o.ä.)-mensch, dessen vorname ich nicht weiß, weil es da ja mehrere schauspielernde brüder von gibt. egal, sah auf jeden fall gut aus und das reichte wohl.

fazit der gestrigen nacht: 5 stunden schlaf, falsch gelegen, schultern nun bretthart, wahnwitzige müdigkeitsattacken am arbeitsplatz. was nur noch hilft, ist, stunden und minuten des heutigen tages runterzuzählen, sich auf einen abend freuen, an dem garantiert alkohol vorkommen wird und ernsthafte gedanken daran verschwenden, morgen die zeit mit schiffe-versenken umzukriegen.

gutes lied, um halbwegs wach zu werden: chemical brothers - let forever be
gutes lied, allerdings hält es nicht wach: zero 7 - in the waiting line
schlechter film, wenn man am liebsten nur weg möchte: im juli
guter film, um aggressionen zu verarbeiten: temmink, the ultimate fight

und nun verabschiede ich mich mit dem satz des tages :

must not sleep - must warn others

Montag, Juli 11, 2005


sommerloch

es ist montag. ein sonniger montag. in meiner grenzenlose langeweile habe ich mir überlegt, meine hilflosigkeit mit der welt zu teilen und die auswüchse dieses zustands hier zu dokumentieren. die gründe dafür sind simpel:

  • ich kann nicht ewig meine mir noch in freundschaft geneigten mitmenschen anrufen, nur um mitzuteilen, daß mir die ideen fürs zeit-verdaddeln ausgehen
  • ich gehe mir selber ein wenig auf den keks und suche einen output (würg) für diesen zustand
  • die menschen, die momentan an meinem arbeitsplatz verweilen, sind menschgewordenen strumpfpuppen und demnach nicht ansprechbar außerhalb des themenbereichs "arbeit, wetter,krankheitssymptome"

die schlechten neuigkeiten des tages sind, daß es erst montag ist und der strumpfpuppenzustand (state of the strumpfpuppe wäre ein hammer-filmtitel...) noch ca. 3 wochen anhalten wird.

die guten neuigkeiten: ich bin verliebt. meine canon eos 3000v ist heute angekommen und ich bin somit besitzerin meiner ersten spiegelreflex-kamera. sie ist schön, sie funktioniert und mit ihr sehe ich tatsächlich aus, als ob ich wüsste, was ich tue......

so, nun wische ich noch ein paar freudentränen vom gehäuse und spiele weiter das nervenaufreibende "papierkügelchen drehen und aus 1,5 m distanz in den mülleimer werfen-spiel".

Freitag, Juli 08, 2005

warnung! die hardcore-ästheten unter uns sollten diesen eintrag bitte ignorieren.

muß ja auch mal gesagt werden: manchmal ist das leben gut, borderline großartig. und abseits des ewigen zynismus kann es durchaus vorkommen, daß man sich so wie ich heute in einem zustand befindet, in dem man dümmlich vor sich hingrinst, die schlimmsten cds aus der híntersten ecke des regals holt und dann selig schunkelnd mary mcgregor zuhört, wie sie das schmalzige "torn between two lovers" ins mikro schmachtet.


ach ja---love is in the air und um mich nun vor meinen lesern als kompletter schmalz-nerd zu outen, zitiere ich für the one and only, was heute zitiert werden muß:

i will follow you / will you follow me all the days and nights that we know will be?

okeh, das ist kitsch. das ist sentimentaler dreck, aber was soll ich sagen? manchmal muß genau das sein.

und nächstes mal bin ich wieder evil jared. versprochen!

Montag, Juni 06, 2005

Jetzt neu und überarbeitet und überhaupt ganz toll:

www.hormonlotto.de

Donnerstag, Juni 02, 2005

heute erreichte mich der folgende verlockende krempel:


"Haben Sie schon mal darüber nachgedacht um auszuwandern?
Lautet Ihre
Antwort JA sollten Sie unbedingt dieses E-Maill lesen, denn es könnte Ihr Lebenn
veränndern.
Wenn Ihre Anttwort NEIN lautet haben Sie eben Pech
gehabt.
Dieses E-Mail ist kein Humbug und kein Schmarrn.
Wir bieten Ihnen
hier die Möglichkeit, das EINZIGSTE deutsche Delikatessengeschäft in Costa Rica
zu erwerben.
Nach der Eröffnung im August 1996 wurde der Jahresumsatz auf
über € 470.000,00 gesteigert
Vor 1996 bestand kein Angebot dieses
Sortimenntes in Costa Riica. Eine costaricanische Firma war Marktführer in
Fleisch- und Wurstwaren.
Wir nutzten die Marktnische mit besseren Produkten
und der Einstellung auf europäischen Geschmack und bei gleich bleibender hoher
Qualität wurde die Marktführung erreicht.
Aus Altersgründen haben wir nun
beschlossen unser Geschäft zu verkaufen.
Sollten Sie Interesse haben,
klickeen Sie bitte auf diesen Link:
http://www.ru4mailnow.com/tt
Wir
werden Ihnen dann weitere Informationen zusenden..
Absprachen vor Ort sind
jederzeit möglich


(Was gehört
Liebe wenigen setzen
ihres leben Herr
größte liegt
Mark
müssen heutigen


Ort unserer jedes
handelt
nimmt
Daten
Stunden jeweils großer
hätten
bringt Auto amerikanischen )"

ich denke ernsthaft über das angebot nach. es klingt so seriös. und besonders das gedicht am ende hat mein herz zum schmelzen gebracht......




Freitag, April 29, 2005

Mal politisch werden

Den unten angeführten und ernst gemeinten Brief habe ich am Freitag, den 29. April 2005 an die CDU NRW geschickt. Mal sehen, wann etwas passiert. Und vorallem: was!


"Sehr geehrte Damen und Herren,


neulich, als ich durch die Stadt fuhr, wurde ich auf eines Ihrer Plakate zur Landtagswahl aufmerksam.

Dieses zeigt eine alte Frau, die milde, aber auch ein wenig verbittert schaut und neben der der Slogan „Sicherheit statt falscher Toleranz: jetzt CDU!“ abgedruckt ist. Ein paar Meter weiter sah ich dann ein ähnliches Plakat, das ebenfalls eine alte Frau, diesmal mit einem skeptisch-wütenden Gesichtsausdruck, zeigt. Hier lautet der Slogan „Jede 2. Straftat unaufgeklärt: Genug ist genug!“.
Nun frage ich mich als interessierte und politisch aufmerksame Bürgerin, welche Aussage mir mit diesen Plakaten vermittelt werden soll. Relativ klar ist mir die Aussage des zweiten Plakates. Alte Menschen, Straftaten, Angst und Schrecken usw. ist natürlich ein Thema, da Rentner ja nun aus der Zielgruppe „Arbeitslose und Eltern/Schüler“ rausfallen und auch ein für sie wichtiges Thema benötigen. Überfallen werden will keiner, ist schon klar, und wenn man überfallen wird, soll der Täter gefasst und für sein Fehlverhalten bestraft werden. Daran ist nichts verkehrt.
Ich frage mich aber, warum man diese potentielle Wählerschaft auf so einen niedrigen Niveau, d.h., mit ihren Ängsten, ansprechen will (was im übrigen für alle Ihrer Plakate in diesem Stil gilt).

Was mich allerdings wirklich verwundert, ist der Slogan „Sicherheit statt falscher Toleranz“. Auf dem Plakat wird dies wie ein Zitat dargestellt und ist ein derartig schwammiges Konstrukt (sicherlich nicht ungewollt), dass ich es leicht finde, dort eine gewisse Form von Ausländerfeindlichkeit hinein zu interpretieren. Ich denke nicht, dass Sie der SPD oder den Grünen eine falsche Toleranz gegenüber Straftätern unterstellen wollen, denn dies wäre schon harter Tobak und würde doch stichhaltige Beweise benötigen.
Toleranz ist etwas, was in unserem Land – und generell – gerne im Zusammenhang mit Ausländern gefordert wird. Nicht zu Unrecht, wie ich meine. Und alte Menschen haben, ob begründet oder nicht, nun mal häufig Angst vor Ausländern, denn anders kann ich mir die gerne getätigte Aussage „Ich weiß nicht genau, wie der Täter aussah, aber es war so ein südländischer Typ“ nicht erklären.

Schließt sich damit der Kreis „Ausländer-unaufgeklärte Straftaten-alte Menschen-Angst“?
Ich fürchte: ja! Dies ist zumindest die Art, wie ich Ihre Plakate rezipiere. Dass ich von dieser Art von Stimmungsmache nichts halte, brauche ich Ihnen wohl kaum zu sagen. Ich bin gerne bereit, mir Ihre Version der Aussage Ihrer Plakate anzuhören oder durchzulesen. Überzeugen Sie mich vom Gegenteil, wenn Sie es können.

Mit freundlichen Grüßen,


XXX"

Mittwoch, April 27, 2005

Geht´s noch?

In einer am 18. April 2005 im WDR gesendeten Reportage wurde wie nebenbei von einem männertypischen Fehlverhalten in Japan berichtet. Nun mag man denken, dass gerade die Japaner ein etwas anderes Verhältnis zur Sexualität und deren Auslebung haben und anders muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber sobald die Auslebung von obskuren Hormontrieben zur Belästigung wird, ist „anders“ ein Problem.

Wer sich jemals in Tokio aufgehalten hat weiß, wie es dort tagtäglich in der U-Bahn aussieht. Menschenmengen drängen sich auf engsten Raum, um zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen. Diese Enge ist per se keine angenehme Sache, aber wenn Männer diese Unübersichtlichkeit und das Gedränge ausnutzen, um Frauen, vorzugsweise wohl jungen Schulmädchen, an primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen zu begrabbeln, ist dies jenseits von akzeptabel oder lustig.

Die Mädchen müssen sich morgens in der Bahn von alten Männern hemmungslos unter den Rock greifen lassen und sind in ihrem Alter verständlicherweise zu schüchtern und angsterfüllt, um sich gegen diese Übergriffe zu wehren. Neben der Frage, wie weit manche Männer meinen gehen zu können, frage ich mich auch, wie so etwas ungestraft passieren kann. Wenn dies ein so bekanntes Problem ist, dass sogar das deutsche Fernsehen darüber berichtet, wo ist dann die Lösung, die offenbar nötig ist?

Laut dem WDR gibt es sie: eines der Bahnunternehmen in Tokio hat Zugwagons nur für Frauen eingerichtet, in denen sie unbehelligt zu ihren Fahrzielen gelangen. Andere Unternehmen wollen es ihnen gleichtun. Von den Journalisten, die den Beitrag verfasst haben, wurde diese „Lösung“ bejubelt, meiner Meinung nach ist dies jedoch der schlechtmöglichste Weg, den man hat wählen können. Frauen und Männer getrennt fahren zu lassen hat nicht nur einen für mich rückschrittlichen Beigeschmack, sondern ist einfach keine Lösung, sondern nur eine Umgehung des Problems.

Die Männer sind immer noch die gleichen sexistischen Grabscher, die vollkommen ungestraft davon kommen und die Frauen und Mädchen müssen weiterhin in der Angst leben, jederzeit in der U-Bahn oder an den Haltestellen belästigt zu werden. Und als ob dies nicht genug Grund ist, so richtig wütend über unsere immer noch anachronistische Gesellschaft (auch wenn dies alles in Japan geschieht: die Berichterstattung sagt einiges über die hiesige Einstellung) zuwerden, endet dieser Bericht plötzlich mit dem Hinweis auf Bordells in Tokio, in denen U-Bahn Wagons nachgebaut werden und junge Mädchen in einschlägigen Schuluniformen sich dort gegen Bares unter die Röcke und sonst wohin greifen lassen müssen.
Danke, WDR.

Donnerstag, April 14, 2005

70 Jahre Erich von Däniken – 70 Jahre Heiterkeit

Man man man – was für eine Woche! Erst die Sache mit dem Fischstäbchen und jetzt schon das nächste Großereignis in der wunderbaren Welt der Kultur. Erich von Däniken, ein großer Spinner und derangierter Visionär, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Tröööt!
Der Mann, der auf Fotos immer ein we
nig wie eine übereifrige Bulette in einer gusseisernen Pfanne ausschaut, hat eine Vision. Grund genug also, sich an diesem wunderbaren Donnerstag im April, an dem die Arbeit langweilt, sich ein wenig mehr mit „EvD“, wie ihn seine Freunde, Bewunderer und alle, die zu faul sind, den langen Namen auszuschreiben, nennen dürfen.

EvD, vor 70 Jahren in der Schweiz geboren, war offensichtlich schon immer voll von Blödsinn, denn wie auf seiner Seite www.daeniken.com berichtet wird, beschäftigte er sich schon „während der Gymnasialzeit [...] mit Archäologie und Futurologie, der Weltraumfahrt und Philosophie, insbesondere der Religionsphilosophie [...] und befasste sich mit Elektronik, Molekularbiologie und Mutationen des Menschengeschlechts.“

Na, wenn diese Zusammenstellung nicht rockt, was dann?!

Seine Theorien umfassen empirisch nachweisbare Themen wie die Anwesenheit und Einwirkung von Außerirdischen und Götter auf unserem Planeten. So hörte ich heute morgen auf WDR2 zum Beispiel, EvD sei der Meinung, Götter hätten nicht nur die Inka-Stadt Machu Picchu erbaut, sondern auch Gelsenkirchen.

Aha – Gelsenkirchen also! Erbaut von Außerirdischen! Das erklärt einiges. Zum Beispiel die hohe Anzahl an maroden Gebäuden, die durch ihre offenbar perfekt geplante Anordnung zueinander den Einwohnern immer genug Nischen und Einfahrten bieten, in die sie hemmungs- und sorglos urinieren können.
Ich muß sagen, EvD hat mir an diesem diesigen Tag die Augen für eine ganz neue Dimension des Lebens geöffnet: Unmengen Geld mit Unmengen Blödsinn verdienen.

Und nun entschuldige ich mich und widme meine ganze Zeit von nun an einem Thesenpapier zum Thema: „Warum von Außerirdischen gesteuerte Haustiere immer die Socken aus der Waschmaschine klauen“.